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Das weltweit führende Branchenblatt Seafood International (IntraFish) vermeldet den Beginn der «neuen Aera höherer Preise für Fisch und Meeresfrüchte». Es stützt sich dabei auf Angaben von Brancheninsidern.

Verarbeiter und Händler sehen sich rund um den Globs mit Rekordpreisen konfrontiert, und allmählich kommen die auch bei den Endverbrauchern an. Fischpreise gingen immer rauf und runter, je nach Saison, Region und Fischart. Doch diesmal scheint es eine globale, für alle Sektoren gültige und beständige Entwicklung zu sein. Seafood International: «Die schlechteste Nachricht ist die Aussage von Analysten, die aktuellen Preisspitzen seien nicht zyklisch, sondern das Resultat eines wachsenden Konsums bei beschränktem Angebot, eine Situation, welche sich nicht mehr ändern werde.»

Gemäss dem Chef einer französischen Branchenvereinigung handelt es sich um signifikante strukturelle Veränderungen innerhalb der Seafood-Industrie. Die Verarbeiter müssten «nun auch den Zugang zu Fischressourcen zu einem Element ihrer Strategie machen», das so wichtig sei wie die Nachfrage ihrer Kundschaft.

Ein anderer Brancheninsider, Chef eines grossen französischen Verarbeiters, bestätigt die strategische Bedeutung des Zugangs zu Ressourcen, nicht nur bei Fisch, sondern bei Nahrung allgemein. «Ressourcen sind ein Thema – die Weltbevölkerumg wird in den nächsten 40 Jahren auf 9 Milliarden anwachsen, und in den aufstrebenden Märkten werden in den nächsten 30 Jahren 60 Millionen Mittelklassekonsumenten hinzukommen.»

Die Knappheit des Angebots wird laut den Insidern zusätzlich verschärft durch die zunehmende Bedeutung nachhaltiger Fischerei. Paradox dabei sei, dass man Druck auf den Handel mache, mehr nachhaltigen Seafood anzubieten, während gerade die Produkte aus nachhaltiger Fischerei besonders knapp seien.

Quelle: Seafood International (IntraFish), Dezember 2010

Kommentar: Sind bleibend hohe Fischpreise wirklich eine so schlechte Nachricht? Schlecht insofern, als dies die in den Meeren bereits angerichtete Zerstörung spiegelt. Gut dagegen ist immerhin, dass der Markt, wenn auch mit arger Verspätung, zu reagieren beginnt. Wenn der Preis für Fische steigt, wird der Konsum sinken.

Die Frage ist freilch, ob diese Dynamik früh genug einsetzt, um erschöpften Fischbeständen noch eine Chance zur Erholung zu bieten. Und ob ärmere Länder weiterhin ihren Fisch (und andere Nahrungsmittel) weitgehend exportieren, um die eigene Oberschicht und internationale Konzerne zu mästen – oder ob die Menschheit einen Weg findet, knappe Güter gerecht zu teilen.

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