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Karettschildkröte frisst Qualle
Loggerhead eats jellyfish (from the video linked at the bottom)

Düfte und Empfindungsvermögen

Scents and sensibility – English text: see link at the bottom

Quallen mögen nicht nach Ihrem Geschmack sein. Doch wenn Sie eine Unechte Karettmeeresschildkröte (Loggerhead, Caretta caretta ) wären, würden Sie das ganz anders sehen. Auch wenn Quallen schwimmen können, sind sie nicht gerade die Geparde der Meere, sind also einfach zu fangen. Und da das genüssliche Herumkauen an einer Qualle Schildkröten ein paar Tage beschäftigt halten kann, lieben sie Quallen.

Am besten zu finden sind Quallen in Zonen mit aufsteigendem Tiefenwasser, wo kaltes, nährstoffreiches an die Oberfläche steigt. Das fördert das Wachstum von Algenplankton und damit von allem, was sich von Plankton ernährt, inklusive Quallen und alle Arten von Weichtieren und Krebsen, welche die Schildkröten als Vorspeise mögen. Aufsteigendes Tiefenwasser zieht tatsächlich auch Schildkröten an – aber niemand weiss: wie. Denn Zonen mit aufsteigendem Wasser sind nur verstreut sowie lokal und zeitlich begrenzt anzutreffen. Sie sind daher im weiten Ozean nur schwer auszumachen.

Meeresschildkröten mögen, was Menschen nicht ausstehen

Die Biologin Courtney Endres von der Universität North Carolina nahm an, dass die Reptilien solche Zonen von weitem riechen können. Von einem früheren Experiment her wusste sie, dass Caretta einen guten Geruchsinn haben. Und von Seglern hatte sie gehört, dass es diese Zonen gerne stinken: nach Kohl. Denn in der Folge ihrer Verspeisung geben viele Planktonalgen ein Gas ab, welches sich zu Dimethylsulfid zersetzt, was für uns nach Kohl stinkt, aber der Caretta ein feines Bankett signalisiert.

Letzteres bewiesen Endres und ihr Kollege Kenneth Lohmann, indem sie elf junge Caretta einfingen und in Tanks mit Meerwasser setzten, über deren Wasseroberfläche sie verschiedene Düften bliesen: Zimt, Jasmin, Zitrone – und Dimethylsulfid. Nun massen sie, wie lange eine Schildkröte schnupperte, wenn sie auftauchte (was sie als Luftatmer ja öfter tun müssen). Im Mittel schnupperten sie fünf Sekunden, wenn die Luft im Tank nach Zimt, Jasmin oder Zitrone duftete – genau so lang, wie wenn die Luft gar nicht parfümiert worden war. Roch es dagegen nach Dimethylsulfid, schnupperten sie doppelt solange.

Natürlich beweist dies noch nicht, dass Caretta caretta den Weg zu dem für sie gedeckten Tisch im Meer dank des Geruchs findet. Aber dass sie es tut, ist zumindest eine plausible Hypothese.

Quelle: www.Economist.com, zitiert in www.TheSeaMonster.net

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