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Die Tiefseefischerei beeinträchtigt das Leben am Meeresboden, ENGLISH: Links below
hier: Korallen und Schwämme, Lebensraum für zahlreiche Arten.
(Foto: Robert Stone, NOAA Fisheries / Marine Photobank)

Am 20. März verabschiedete die Umweltkommission(ENVI) des EU-Parlaments (EP) mit nur einer Gegenstimme den Vorschlag für eine grundsätzliche Reform der EU-Verordnung über die Tiefseefischerei: Verbot des Einsatz es von Grundschleppnetzen und von am Grund gesetzten Kiemennetzen in Tiefen unter 200 Metern, kein Beifang von gefährdeten Tiefseearten und strenge Fangquoten auf der Basis des Wissenschaft. Er geht damit weiter als der ursprüngliche Vorschlag der EU-Kommission, welcher für Grundschleppnetze und Grundkiemennetze im Nordostatlantik nur ein zweijähriges Moratorium vorsieht.

Der Beschluss der ENVI ist nicht rechtskräftig. Die Führung liegt bei der EP-Fischereikommission (PECH), welche zum Vorschlag Stellung nehmen muss, bevor er vom EP-Plenum und der EU-Kommission behandelt werden kann. Und PECH hat bereits massiven Widerstand angekündigt.

Eine Katastrophe für die Fangindustrie – oder für die marine Umwelt ?

Da ist es wieder, das Argument gegen ein Verbot rücksichtsloser Fangmethoden: die wirtschaftlichen Folgen. «Eine derartige Änderung würde die schottische Fischerei-Industrie ernsthaft treffen», ärgert sich der üblicherweise besonnene schottische EP-Abgeordnete und PECH-Vizepräsident Struan Stevenson. Der Vorschlag zeuge von der Ignoranz der ENVI für Fakten und sozio-ökonomische Folgen.

«Schottische Schiffe fangen am Abhang des Kontinentalschelfs bis auf 900 Meter Tiefe nach Weissfischen wie Flügelbutt, Steinköhler und Seeteufel. Es ist eine lächerliche Idee, dass schottische Fischer den Seeteufel in 900 Metern Tiefe mit Langleinen zu fangen versuchen sollen», meint Struan. Er anerkenne durchaus, dass es zum Schutz gefährdeter Tiefseearten mit langsamer Reproduktion ein neues Fischereimanagement brauche, aber eine Einheitslösung setze sich über den Geist der Europäischen Fischereireform hinweg. «Wird die gut finanzierte grüne Lobby als nächstes das Verbot von Grundschleppnetzen überhaupt fordern?», wettert Struan, und stellt ein PECH-Hearing Mitte Juni in Aussicht, bei welchem Fachleute und Interessenvertreter darlegen sollen, welch massive Verdrängung schottischer und anderer europäischer Fangschiffe der Vorschlag zur Folge hätte.

Die gewohnte industrielle Fischerei muss unter allen Umständen fortgesetzt werden – das ist für deren Vertreter offenbar der «Geist der Europäischen Fischereipolitik»

Beschluss der EP-Umweltkommission

Struans Kritik

Vorschlag der EU-Kommission

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