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Ein von der US-Marine überraschter chinesischer Trawler in internationalen Gewässern der südchinesischen See. (Foto: U.S. Navy/Wikimedia)
Ein von der US-Marine überraschter chinesischer Trawler in internationalen Gewässern der südchinesischen See. (Foto: U.S. Navy/Wikimedia)

China kopiert nicht nur die zerstörerische Fischereipolitik anderer Staaren mit Subventionen, sondern baut sie beharrlich und massiv aus. Die globale Präsenz auf den Meeren dient gleichzeitig den imperialen Absichten des Pekinger Regimes.

Gut 35 Milliarden Dollar an Subventionen erhielten die Fangschiffe der grossen Fischereinationen im Jahr 2018. Ohne Subventionen lohnte sich ein grosser Teil dieser Fischerei gar nicht, da sich die Marktpreise für Fisch etwa verdoppeln dürften, was die Nachfrage deutlich senken würde. Subventionen, die eh fast nur der industriellen Fischerei zufliessen, sind also ein wesentlicher Treiber der Überfischung.    


China dominiert zunehmend

Ein gut dokumentierter Artikel im spanischen Online-Magazin ctxt beleuchtet die wachsende Rolle Chinas im globalen Fischfang. Bei den Subventionen für den Fang auf hoher See, also in internationalen Gewässern, liegt Japan mit einem Anteil von 20 Prozent noch an der Spitze, gefolgt von Spanien mit 14 Prozent und  China mit 10 Prozent, noch vor Südkorea und den USA. Aber China kopiert nicht nur die zerstörerische Fischereipolitik anderer Staaten, sondern baut sie beharrlich und massiv aus. Unter chinesischer Flagge durchpflügen etwa 2600 Fangschiffe internationale Gewässer – das sind  mehr Fangschiffe, als Taiwan, Südkorea, Japan und Spanien zusammen in ferne Meere entsenden.

Und chinesische Fangschiffe holen mehr aus den Meeren als alle andern. Die über 800 hochseetauglichen Schiffe in chinesischem Besitz landeten bereits im Jahr 2014 mehr als einen Drittel der globalen Fangmenge an. Zum Vergleich: Taiwan erzielte mit knapp 600 Hochseeschiffen einen Anteil von 12 Prozent aller Fänge, Japan mit etwa weniger als 500 Schiffen gerade mal 5 Prozent.


Weltweit Raubbau unter chinesischer Flagge

Der Erfolg der chinesischen Fangschiffe hat mit der aggressiven Rücksichtslosigkeit zu tun, in der ihre Kapitäne zu Werk gehen – und mit dem Umstand, dass chinesische Schiffe besonders oft in illegale Fischerei verwickelt sind. Dabei sind sie oft in grossem Verbund unterwegs, unterstützt von Hightech-Fischortung und begleitet von Versorgungs- und Sanitätsschiffen und bewaffneter Bewachung, die es ihnen erlauben, lange an einmal gefundenen Fischgründen zu verweilen.

Zum Beispiel vor Westafrika, wo chinesische  Fischmehlfabriken wie Pilze aus dem Boden  schiessen, um Fisch, der den Afrikanern weggefangen wurde, zu Futter für die ebenfalls massiv subventionierten Fischzuchten in China zu verarbeiten. Oder aktuell vor Argentinien, dessen Regierung vor entschiedenem Schutz der eigenen Fischbestände zurückschreckt, weil sie sich von China anderweitige Geschäfte und Hilfe verspricht. Anders als an der Pazifikküste, wo sich Ecuador, Chile, Peru und Kolumbien zum Schutz ihrer Ressourcen und gegen illegale Fischerei zusammengetan haben, scheiterte ein ähnliches Abkommen für den Südatlantik bisher am Streit zwischen Argentinien und Großbritannien über die Falklandinseln. Nach der neusten Hongkong-Politik Pekings dürfte London nun vielleicht eher geneigt sein, gemeinsame Sache gegen China zu machen…


Imperiale Interessen Pekings

Die massiven chinesischen Fischereidubvention decken nicht die Nachfrage einer wachsenden heimischen Mittelschicht nach Fisch, die den Fang aus den eigenen, überfischten Meeren übersteigt. Globale Präsenz auf den Meeren dient gleichzeitig den imperialen Absichten des Pekinger Regimes; oft sind chinesische Fangschiffe eher für paramilitärische Aktionen als für den Fang ausgerüstet.

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