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Links: Hummerfallen, rechts: lebende Hummer im Wassertank 
(Fotos: W.carter und Jacklee, Wikimedia)
Links: Hummerfallen, rechts: lebende Hummer im Wassertank (Fotos: W.carter und Jacklee, Wikimedia)

Der Lebendimport von Hummern ist mit viel Tierleid verbunden. Wiederholt haben fair-fish und weitere Akteure eine Verbot dieser Praxis gefordert, bisher erfolglos. Wir nehmen einen neuen Anlauf.

Hummer sind faszinierende Tiere. Sie bewohnen die Küstenregionen Europas und Nordamerikas und könnten ein Lebensalter von bis zu 100 Jahren erreichen. Die einzelgängerischen Meerestiere verfügen über ein breites Verhaltensrepertoire und ein komplexes Nervensystem. Neuere Experimente zeigen, dass Krebstiere auch Schmerzen wahrnehmen können. Sie können sich an Schmerzsituationen erinnern und versuchen, diesen auszuweichen. Krebstiere sind leidensfähig – trotz aller Unterschiede im Körperbau und im Nervensystem unterscheiden sie sich darin nicht wesentlich von Wirbeltieren.
 

Bisherige Vorstösse für ein Verbot

Jedes Jahr werden Tausende lebender Hummer zu Speisezwecken in die Schweiz eingeführt. Sie wurden oft schon lange vor dem Konsum gefangen und anschliessend ohne Futter und Wasser und in kleinen Boxen ohne Rückzugs- und Bewegungsmöglichkeiten in Kühlhallen zwischengelagert und so transportiert.

fair-fish setzt sich seit Jahren für ein Importverbot lebender Hummer ein. Im Jahr 2015 unterstüzten sogar die Kantonstierärzte diese Forderung. Und Ende jenes Jahres forderte Nationalrätin Maya Graf mit einer Motion ein Importverbot für lebende Hummer zu Speisezwecken. Miglieder von fair-fish untersüztn das Anliegen 2016 mit einer Briefaktion an Bundesrat Alain Berset. Doch das Parlament lehnte den Vorstoss 2017 leider ab. Seit 2018 verbietet die Schweizer Tierschutzverordnung wenigstens, lebende Hummer ohne vorherige Betäubung in heissem Wasser zu töten – eine Verbesserung auf dem Papier. Für die Elektrobetäubung braucht es teure Geräte, deren Vorhandensein und Benutzung kaum geprüft werden kann. Eine Umfrage in Handel und Gastronomie zeigte noch Ende 2018, dass sich die allermeisten Anbieter nicht in ihren Umgang mit Krebsen schauen lassen wollen; das verheisst wenig Gutes.

Solange Hummer lebend importiert und verkauft werden, bleibt auch das Leiden bei der Hälterung bestehen. Ein eindrückliches Video zeigt, was die qualvolle, wochen- bis monatelange Fesselung der Scheren an Schäden an Muskulatur und Nerven verursacht.
 

Hummer: Nein danke!

Der Genuss von Hummer ist zwar auch ohne Lebendimport möglich, denn die meisten Grossverteiler importieren heute gefrorene Hummer. Durch das schnelle Gefrieren gibt es keinen Qualitätsverlust. Das Tiefkühlangebot ist aber keine sichere Alternative; denn es sagt nichts darüber aus, wie rasch nach dem Fang  und auf welche Weise sie getötet wurden. Oft werden die begehrten Hummerteile, Schwanz und Scheren, dem lebenden Tier einfach abgerissen und tiefgekühlt.

Deshalb meint fair-fish: Hände weg vom Hummern, Langusten und anderen Krebstieren, solange keine Garantie für kurze Fangdauer und für rasche und schonende Betäubung und Tötung besteht. Kein Genuss kann das Leiden der Tiere rechtfertigen.
 
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