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Grundschleppnetze stoppen!

Heute stammt jedes zweite als «nachhaltig» zertifizierte Fischereiprodukt aus Grundschleppnetzfischerei. Ein Unsinn, der endlich gestoppt werden muss – aus drei Gründen.

Erstens nehmen die Bestände der mit Grundschleppnetzen befischten Arten in der Regel rasch ab, bis zu deren Erschöpfung . Denn die Zerstörung des Lebensraums dieser Arten reduziert deren Widerstandsfähigkeit gegen starke Befischung. So etwa beim australischen Makrelen-Eisfisch, bei Seehecht, Hoki and Alaska-Seelachs. Eine Analyse von Greenpeace macht die Folgen von Grundschleppnetzen am Beispiel der Heringfischerei deutlich.

Zweitens verursacht keine andere Fischereimethode derart hohen Beifang wie Grundschleppnetze. Weil es sich um eine sehr unselektive Methode handelt, werden Fische und Arten mitgefangen, welche als «nicht verwertbar» einfach über Bord gespült – die meisten Tiere überleben die Prozedur nicht. Laut einem Bericht der UNO-Ernährungsorganisation FAO beträgt die Beifangrate von Grundschleppnetzen bei Seehecht 20 Prozent,bei Crevetten und Plattfischen bis zu 65 Prozent.

Drittens verbraucht die Grundschleppnetzfischerei 5- bis 30-mal mehr Energie als andere Fischereimethoden, z. B. die Ringwade (Purse seiner). Um 1 Kilo Crevetten zu gewinnen, benötigt ein Grundschleppnetz bis zu 8 Kilo Treibstoff (laut Leach), während die Ringwade beim Fang von 1 Kilo kleiner Arten an der Wasseroberfläche lediglich 0.04 Kilo Treibstoff verbraucht (laut Tyedmers). Das ist nicht erstaunlich, da Grundschleppnetzfischerei den Meeresboden umpflügt.

Eine wachsende Zahl von Organisationen setzt sich für den Schutz von Unterwasserbergen, Korallenriffen und des Ökosystems der Tiefsee vor Grundschleppnetzen ein. So verlangt z. B. die Deep Sea Conservation Coalition von der UNO-Vollversammlung ein Moratorium für den Einsatz von Grundschleppnetzen auf hoher See.

Sehen...

Grundschleppnetz im Film (Youtube, englisch).

... und handeln!

Sagen Sie Ihre Meinung zu Grundschleppnetzen.

Es geht anders

Friend of the Sea (FOS) – und fair-fish – schliessen Methoden aus die den Meeresboden schädigen. Darum konnten sich verschiedene Fischereien nicht für FOS zertifizieren: Seehecht in Südafrika, Nordsee-Garnelen, Octopus in Marokko, usw. Anders als andere Labels würde FOS auch keine Hoki aus Neuseeland, keinen pazifischen Seelachs und keine Crevetten aus Oregon zertifizieren.

Noch schonender

ist die Fischerei nach fair-fish-Richtlinien : Wer jeden Fisch sogleich betäubt und tötet, kann keine Methode anwenden, welche die Fische en masse fängt.



Wängistrasse 29    8355 Aadorf