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Das internationale Branchenmagazin Aquafeed.com schrieb in ihrem Newsletter vom 18.01.2013, die Nahrungs- und Fischzucht-Industrie sollte die Art und Weise überdenken, wie sie mit lebenden Krebsen umgehe. Ein Wissenschafter habe nämlich zeigen können, dass Zehnfusskrebse wie Hummer, Langusten, Shrimps und weitere Krebsarten Schmerz bewusst empfinden.

Aquafeed.com informiert seine Leserschaft aus der Aquakulturbranche im allgemeinen über News und Trends bezüglich Fütterung. Umso erstaunlicher, dass gerade diese Redaktion der neusten Schmerzstudie bei Krebsen breiten Raum gibt. Das ist sehr wertvoll, weil die Botschaft nun endlich bei einem Teil der Entscheidungsträgern ankommen könnte, die sich bisher gegen Alternativen gesperrt haben. Wenn sie die Botschaft ernst nehmen, könnten endlich mehr Fischereien, Zuchtfirmen und Verarbeiter eine automatische Betäubungs- und Tötungsanlage von CrustaStun installieren.

Raffiniert angelegtes Experiment

In seiner neusten Forschungsarbeit über Schmerz bei Krebsen hat der renommierte Biologe Bob Elwood von der Queen's University in Belfast nicht nur Ergebnisse aus seinen früheren Studien bestätigen können, sondern erbrachte auch einen Nachweis dafür, dass Krebse Schmerzen bewusst wahrnehmen. Dies ist der Schluss aus dem Befund, dass Krebse bereit sind, etwas für sie Wertvolles aufzugeben, wenn sie dafür weitere Elektroschocks vermeiden können.

Zusammen mit seinem Kollegen Barry Magee hatte sich Elwood eine raffinierte Versuchsanlage einfallen lassen. Gemeine Strandkrabben (Carcinus maenas, Bild) suchen bei Gefahr eine dunkeln Unterschlupf unter Felsen auf, wo sie sich vor Räubern verstecken können. In ihrem Experiment setzten Elwood und Magee 90 Krabben je einzeln in einen Tank mit zwei dunklen Unterschlüpfen. Hatte die Krabbe einen von beiden  gewählt, erhielt sie einen leichten Elektroschock. Danach wurde sie aus dem Tank entfernt und nach einer Ruhezeit wieder in ihn zurückgesetzt. Wählte sie erneut den selben Unterschlupf (was die meisten taten), wurde sie wieder mit einem Elektroschock «bestraft». Beim dritten gleichen Versuch jedoch wählte die grosse Mehrheit der Krabben den andern, ihr ursprünglich weniger zusagenden Unterschlupf.

Schmerzempfinden höcht wahrscheinlich – Rücksichtnahme zwingend

Elwood interpretiert das Resultat seines Experiments so: «Nachdem die Krabben zweimal einen Elektroschock erlitten, lernten sie den betreffenden Unterschlupf zu meiden. Sie waren bereit, ihren bevorzugten Platz aufugeben, um der Schmerzquelle auszuweichen.» Elwood folgert daraus: «Milliarden von Krustentieren werden für die Nahrungsmittelindustrie gefangen oder gezüchtet. Anders als Säugetiere weden Krebse kaum oder gar nicht schonend behandelt, weil man davon ausgeht, dass sie keinen Schmerz empfinden können. Unsere Forschung legt das Gegenteil nahe. Beim Umgang mit diesen Tieren ist mehr Rücksichtnahme vonnöten, weil ein potentiell sehr grosses Problem einfach ignoriert wird.»

«Aus philosophischer Sicht ist es unmöglich, abschliessend zu beweisen, dass ein Tier Schmerz empfinden kann. Aber es wurden verschiedene Kriterien vorgeschlagen, die von dem ausgehen, was wir erwarten würden, wenn Schmerz empfunden würde. Die Forschung an unserer Universität hat diese Kriterien getestet, und die Daten aus diesen Tests stimmen mit dem Schmerz-Konzept überein. Daraus schliessen wir, dass Tiere mit grösster Wahrscheinlichkeit Schmerz empfinden und dass wir uns um ihr Wohlsein kümmern müssen.»

Quelle: Aquafeed.com

Die praktische Lösung des Problems, der CrustaStun, ist hier beschrieben .
Der Verein fair-fish setzt sich seit längerem bei Handel und Industrie dafür ein, den CrustaStun anzuwenden, bisher mit geringem Erfolg, Ausnahme: Coop Schweiz .

Die Aquafeed-Redaktion veröffentlichte in ihrem Nwsletter vom 24.01.2013 zwei Leserzuschriften:

Dear editors
We are happy to read this article written by an industry oriented news provider like Aquafeed.
This is really good news to us!
Hopefully your readers will give it a thought or two, and some of them will perhap even go so far to consider installing a continuous CrustaStun. Until now, we've been trying almost in vain to convince Swiss, German and Austrian importers of crustaceans to urge their suppliers to do so. Your newsletter can help to make a difference. Thanks for this!
Kind regards
Billo Heinzpeter Studer
President, fair-fish.net international association, Zurich, Switzerland

Hi there
The quality of the science underpinning the  "crustaceans feel pain" and "fish feel pain" articles needs to be re examined in light of the latest review paper on this topic.
See Rose et al. (2013).  Can fish really feel pain ?  Fish and Fisheries doi: 10.1111/faf.12010
Compulsory reading for all aquaculturists
Dr Ben Diggles
DigsFish Services Pty Ltd, Banksia Beach, QLD, Australia

Auf die hier zitierte Studie von James D. Rose und Kollegen, welche Fischen kein Schmerzempfinden zubilligen, wird noch zurückzukommen sein.

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