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Quastenflosser (Coelacanth, Latimeria chalumnae), Foto: Alberto Fernandez Fernandez / Wiki

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Quastenflosser gelten als «lebende Fossile». Noch bis 1938 war man davon ausgegangen, dass sie irgendwann in den letzten dreihundert Millionen Jahren ausgestorben seien – bis ein Fischer 1938 ein lebendes Exemplar fing. Seither sind nur etwa dreihundert weitere Individuen gesichtet worden. Sie leben in Tiefseehöhlen vor Ostafrika und vor Indonesien.

Forscher würden schon lange gern mehr über diese uralten Tiere wissen, um ein paar offene Fragen besser beantworten zu können. Zum Beispiel, wie Fische im Lauf der Evolution zu Landtieren werden konnten. Eine Sequenzierung des Genoms dieser Art würde Aufschluss bringen – doch woher frisches Blut und Gewebe nehmen? Quastenflosser sind nicht nur rar, sie sterben auch rasch beim Hochziehen aus grosser Tiefe, und unter der Tropensonne zerfällt ihre DNA bald. Eine südafrikanische Forscherin motivierte daher Fischer auf den Komoren und rüstete sie mit Wissen und Material aus, um im Fall eines Quastenflosser-Fangs Gewebe des Tiers zu gewinnen und zu bewahren, bis es weiter verschickt und gekühlt werden könne.

So konnte 2003 genetisches Material sichergestellt werden. Nachdem die Mittel für die aufwendige Analyse beschafft waren, konnte sie 2011 endlich durchgeführt werden. Die Resultate werden von den Wissenschafter als sensationell beurteilt. Zum einen scheinen sich die Gene von Quastenflossen deutlich weniger rasch zu verändern als jene von andern Wirbeltieren.

Zum zweiten weisen Quastenflosser in ihrem Genom ein Fragment auf, das sich auch im Genom von Landtieren findet, nict aber in andern Fischen, die nicht über paarweise nockenförmigen Flossen verfügen. Paläontologen hatten schon länger zu rekonstruieren versucht, wie sich aus diesen Nocken bei bestimmten fossilen hatten Glieder entwickeln können, und sie hatten in diesen Fischen einfache Gelenkknochen entdeckt. Die DNA-Analyse stützt nun diese evolutive Vermutung.

Artikel in «Science»

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