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Anfang Mai traten die Hummerfischer an der ostkanadischen Küste in Streik. So etwa auf Prince-Edward, wo zum ersten Mal in der Geschichte dieser Insel die ganze Fischerei an einem Tau zog. Mehr als 700 Fischer verweigerten die Arbeit, zogen mit Protestschildern zum Inselhauptort Charlottetown und forderten von den Vermarktern höhere Preise. Gebracht hat es wenig. Die Preise für Hummer sind kaum gestiegen.

Das liegt weniger an der Gewinnsucht der Vermarkter als an deren Vorsicht, nachdem sie bereits im letzten Jahr Geld verloren hatten. Denn damals gab es Hummer im Überfluss, die Fischer fingen, was die Fallen hergaben, und die Vermarkter mussten das Überangebot zu sinkenden Preisen absetzen.

Die ostkanadischen Hummerfischer müssen die Lösung anderswo suchen: bei ihrem eigenen Tun. In andern Fischereien hat man die Erfahrung gemacht, dass eine Beschränkung der Fänge bei gleichzeitiger Förderung der Qualität das Einkommen verbessert.


Hummer im Überfluss, aber Kabeljau weg

Die grossen Hummerbestände an Kanadas Atlantikküste haben übrigens eine dunkle Kehrseite. Einst waren diese Gewässer reich an Kabeljau. Eine rücksichtslose industrielle Fischerei hat die Bestände dieses Raubfisches derart ruiniert, dass die kanadische Regierung 1992 über Nacht die Kabeljau-Fischerei komplett verbot. Nur für zwei Jahre, wie sie damals die aufgebrachte Industrie zu beruhigen versuchte, danach werde sich der Bestand soweit erholt haben, dass er wieder befischt werden dürfe. Das Verbot besteht jedoch bis heute, weil der Kabeljau seine ökologische Nische an seine ursprünglichen Beutetiere verloren hat. Nicht zuletzt an die Hummer, welche sich seither an den jungen Kabeljaus gütlich tun.

Sources:

Seafood.com, May 13 and 28, 2013

The Guardian, Charlottetown



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