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Konsumenten-Aufklärung mit Schlagseite

Das Schweizer Konsumenten-Magazin «Saldo» publizierte in seiner Ausgabe vom Mai 2020 (9/2020) einen Artikel unter dem – nicht unzutreffenden –Titel «Auf Meeresfisch-Labels ist nicht immer Verlass». Tatsächlich aber wurde ein einziges Label vorgestellt und sogar regelrecht beworben : «MSC». Über das andere auf dem Schweizer Markt anzutreffende Label «Friend of the Sea» (FOS) kein Wort.

Der «Saldo»-Artikel erwähnt zwar, dass es Kritik an der MSC-Zertifizierung gibt: von Wissenschaftern, von rund achtzig Umweltorganisationen und fallweise selbst von Seiten des MSC-Mitgründers WWF. Dessenungeachtet liest sich der ganze Artikel wie eine vom MSC bezahlte Publireportage: «MSC ist das beste Wildfisch-Zertifikat im Markt», samt einer Liste der «Empfehlenswerten Meeresfische und -früchte mit MSC-Label».

Der «Fischtest» von fair-fish gibt Konsument/innen, die sich nicht einfach auf ein kritisiertes Label verlassen wollen, ein Instrument an die Hand. Dieser Fischtest beurteilt nicht nur, ob ein Fischbestand gesund oder überfischt ist. Berücksichtigt wird auch die Methode, mit der ein Fisch gefangen wurde. Denn je nach Fangmethode müssen die Fisch mehr oder weniger leiden.  Zudem beeinträchtigen die Fangmethoden die Umwelt unterschiedlich stark.

Ob ein Fisch mit oder ohne Label angeboten wird, ist nur eines von mehreren Kriterien im «Fischtest». Zentral sind erstens der Zustand eines Fischbestands (jede Fischart kann in einem oder in mehreren voneinander unabhängigen Beständen leben) und zweitens die eingesetzte Fangmethode. Mit Label (MSC oder FOS) verbessert sich am Ende das Resultat einer Fischart im «Fisch-test» in der Regel um einen Punkt (von Rot zu Gelb, oder von Gelb zu Grün).

In obiger Tabelle auf vergleichen wir ein paar zufällig ausgewählte MSC-Fischangebote mit dem Resultat, welches sich für die betroffene Art im «Fischtest» ergibt. Es zeigt sich:

  • Einige der MSC- oder FOS-Angebote sollten aufgrund der Beurteilung von fair-fish besser gemieden werden (gelbe Felder).
  • Einige Angebote sind auch ohne eine MSC- oder FOS-Zertifizierung akzeptabel (dunkelgrüne Felder).
  • Zumindest bei einem Angebot gilt «Hände weg!» selbst dann, wenn es mit dem MSC-Logo daherkommt.

Von einem Konsumenten-Magazin würde man sich mehr als nur Werbung für ein Label erwarten.
(Die obenstehende Kritik sandten wir zuerst an die «Saldo»-Redaktion, welche auch nach zehn Tagen nicht Stellung dazu bezogen hat.)
 

 

 

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